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Design-Revolutionäre in “Pretty Ugly. Visual Rebellion in Design”
18.05.2012, 14.26

“Ästhetische Randale von den Vorreitern künftiger Gestaltung” verspricht uns das im Gestalten Verlag veröffentlichte Buch “Pretty Ugly. Visual Rebellion in Design” und genau das bekommen wir hier auf 224 Seiten geboten: einen Kampf gegen den Absolutismus der Schönheit. Während sich die Kunst ihr Recht zur Hässlichkeit schon früher erkämpft hatte, sollte Design nämlich lange Zeit vor allem schön sein und sich mühelos ihren Aufgaben unterordnen. Gegen diesen Funktionszwang wenden sich seit ein paar Jahren jedoch zahlreiche Kreative, um sich selbst einen neuen künstlerischen Spielraum zu erobern, der auch mal anders aussehen darf, der aneckt und das traditionelle Verständnis von Schönheit verweigert. “Pretty Ugly” versammelt eine vielseitige Auswahl aus diesen aktuellen visuellen Rebellen aus den Bereichen Grafikdesign, visuelle Kommunikation, aber ebenso aus Skulptur, Kunst, Fotografie, Möbel-, Mode- sowie Schmuckdesign.

Beim Durchblättern bemerken wir schnell: Die Herausgeber TwoPoints.Net versprechen nicht zu viel. In der interdisziplinären Zusammenstellung werden die “Vorreiter ästhetischer Randale” nebeneinander gestellt, unter ihnen Antoine & Manuel, Mirko Borsche, Maarten Baas, Non-Format, Raf Vancampenhoudt und Vier5, die bewusst disharmonische Formen, Farben und Perspektiven auswählen. So unterschiedlich ihre Arbeiten auf den ersten Blick erscheinen mögen, so sehr kommen sie jedoch in ihrem Unwillen zur Anpassung um jeden Preis überein.

Statt um unbedingte Klarheit und Einfachheit wird hier etwa auf die ästhetischen Qualitäten von Design und Kunst gesetzt. Typografie muss so nicht mehr länger nur gelesen werden, sondern soll unsere Aufmerksamkeit erregen und bestenfalls ebenso künstlerischen Ansprüchen genügen.

Ergänzt werden die vielen farbigen Abbildungen um lesenswerte Interviews mit Bethan Laura Wood, Cox & Grusenmeyer, Drawsword’s Rob van den Nieuwenhuizen und Nacho Carbonell, die jeder auf ihre Weise ihre Arbeiten erklären und beweisen, dass sich der Mut zur (scheinbaren) Hässlichkeit bewähren kann.